Kindheit - Teamtraining Arlesheim

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Kindheit

Über mich

Hunde spielten von Anfang an in meinem Leben eine zentrale Rolle.
Deshalb möchte ich hier über meine Kindheitserinnerungen an diese Hunde, die mich ein Stück in diesem Lebensabschnitt begleitet haben, erzählen.

Bläss, der Appenzeller Sennenhund, Hofhund meiner Grosseltern. Viele freie Tage verbrachte ich von klein an auf dem Bauernhof meiner Grosseltern. Gerne wäre ich mit dem Bläss spazieren gegangen, doch der blieb einfach liegen. Kaum trat jedoch Grossvater aus dem Haus, stand er auf und folgte ihm nach, wohin er auch immer ging. Die Kühe von der Weide holen war für ihn das Grösste. Ich beobachtete dieses Treiben immer wieder gerne. Wie gerne hätte ich ihm das Kommando "Hol d Chüeh" gegeben, aber er gehorchte nur dem Grossvater.

Arko, der grosse dunkle Deutsche Schäferhund von der Nachbarin vis-à-vis. Jeden Abend sass ich auf dem Fensterbrett in unserer Wohnung um darauf zu warten, bis in ihrer Wohnung das Licht ausging und die Treppenhausbeleuchtung aufflammte. Ich wetzte die Stufen runter, damit ich gleichzeitig wie sie unten war. Allabendlich durfte ich den grossen Arko um den Häuserblock begleiten.
Eines Abends wartete ich vergebens, sie löschte das Licht in der Wohnung nicht. Ich weiss nicht wie lange ich dort gesessen und gewartet habe. Drei evtl. vier Abende, mein Vater ging dann nachfragen, weil er mein Elend nicht länger ertragen konnte und kam mit der schrecklichen Nachricht, dass der Arko nicht mehr lebe. Die Frau hatte dann bald darauf einen jüngeren Schäferhund, aber den konnte ich abends nicht begleiten, weil sie mit ihm viel später raus ging. Da war ich ungefähr 4 Jahre alt.

Tasso, der wunderschöne Collie. Ein Nachbarsjunge bekam auf seinen 10. Geburtstag einen wunderschönen Colliewelpen, so einen wie man ihn damals am Fernsehen in der Serie "Lassie" sah. Oh, war ich neidisch auf ihn. Stolz wie ein Pfau präsentierte sich der Knabe mit dem kleinen Welpen, doch je grösser der Hund wurde, desto öfter ging die Mutter mit ihm raus. Sie hatte nicht immer Zeit und da sie wusste, dass ich so hundeverrückt bin und mein Vater ja Zollhunde hatte, fragte sie mich, ob ich den Tasso ausführen wolle. Ich war im 7. Himmel. Das ging solange gut, bis der Nachbarsjunge bemerkte, dass der Hund grosses Interesse an mir zeigte. Er war eifersüchtig, dass der Tasso bei mir an der Leine nicht zog und freudig mitlief. Seine Mutter musste mir dann mitteilen, dass ihr Sohn nicht mehr wolle, dass ich den Hund holen komme, da ich ihn "verziehen" würde. Und überhaupt der Hund gehöre ihrem Sohn. Ich weiss nicht wer lauter losgeheult hat, der Tasso oder ich. Da war ich in der zweiten Primarklasse.

Mischou, die kleine alte Zwerpudelhündin. Meine Spielkameradin bekam den alten Hund der Oma, da diese ins Altersheim musste. Mischou war eigentlich schwarz, aber altershalber schon ergraut. Grosse Spaziergänge konnte man mit ihr nicht mehr machen, aber endlich ein Hund den man stundenlang "schösselen" konnte. Ein Schmusetier, wie es im Buche steht. Mit ihr lernte ich, wie man einem Hund pflegt: Krallen, Zähne und Ohren regelmässig nachsehen und reinigen.
Mischou lebte noch zwei Jahre in der Familie meiner Spielkameradin, und dort erklärte die Mutter mir auch, bevor sie mit dem kleinen Hund den letzten Gang antrat, warum und weshalb die Mischou über die Regenbogenbrücke gehen darf. Dort in der Familie lernte ich, dass ein Hund ein Familienmitglied sein kann, nicht einfach ein Hund, der zur Arbeit gebraucht wurde.
Und vor allem lernte ich, dass auch ein alter Hund Würde hat und das Recht zu Leben, trotz Gebrechen.

Zotti, der Appenzeller-Pointer -Mix. Meine Klassenkameradin bekam zu ihrem 11.Geburtstag und weil sie ein so gutes Zeugnis hatte einen eigenen Hund. Sie durfte sich einen im Tierheim aussuchen, der schon ausgewachsen und stubenrein war. Also zog Zotti ca. 1,5 jährig bei ihr ein. Von da an war ich natürlich sehr oft bei ihr und konnte miterleben, wie aus einem schüchternen, mageren Hund ein stolzer selbstbewusster Rüde wurde. Leider kauften ihre Eltern ein Haus auf dem Land, so dass unsere Kontakte spärlicher wurden, denn für einen Weg fast eine Stunde Strassenbahn fahren, liess dann mein Schulpensum nicht mehr zu.

Timmy, Pudel-Mix, und Laika, Grönendael. Meine ersten Spazierganghunde, die mich sehr lange begleiteten und bei denen das Wort Evelyne zu Hause nicht ausgesprochen werden durfte, weil sie sonst sofort zur Tür rasten in Erwartung, ich käme sie holen. Was haben wir herrliche Spaziergänge gemacht und unzählige Nachmittage auf der Hundematte im St.Johann verbracht. Als die Besitzer dieser Hunde dann wegzogen, war auch diese Zeit vorbei.

Prinz, ein Bergamasker-Appenzeller-Mix , war für einen Alpsommer lang mein "Arbeitsgehilfe". Im Sommer 1979 durfte ich auf einer Alp mithelfen und war dabei zuständig dafür, dass die 30 Milchkühe morgens und abends zum Melken im Stall waren, da schätzte ich die zuverlässige Mitarbeit von Prinz. Wie einst mein Grossvater konnte ich jetzt sagen "Hol d Chüeh" und weg war er wie der Blitz.
Bei Gefahr von Unwettern musste der ganze Viehbestand in den Stall, wenn man ihm dann sagte "Hol d Chüeh" trieb er auch die Rinder und Kälber zusammen. Wir Menschen zu dritt hätten wahrscheinlich Stunden dafür gebraucht, er hat das in einer halben erledigt, die ganze Alp abgesucht und jedes einzelne Tier gefunden. Mich faszinierte damals schon das selbständige Arbeiten dieses Hundeschlags.


 
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